Der Volkswagen-Konzern in Amerika hat Ende Dezember 2025 einen bedeutenden Rückruf von Audi-Fahrzeugen angekündigt. Diese Maßnahme betrifft über 27.000 Fahrzeuge verschiedener Modellreihen des Modelljahres 2025. Der Grund für diese umfangreiche Rückrufaktion liegt in einem technischen Defekt der Sicherheitsgurtsysteme, der die Sicherheit von Kindern in Kindersitzen erheblich beeinträchtigen könnte. Die zuständige amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA dokumentierte diese Problematik am 19. Dezember in einem offiziellen Bericht.
Technischer Defekt bei den automatischen Gurtverriegelungen
Die Kernproblematik dieser Rückrufaktion liegt in fehlerhaften automatischen Verriegelungsmechanismen der Sicherheitsgurte. Diese sogenannten Automatic Locking Retractors erfüllen möglicherweise nicht ihre vorgesehene Funktion, wenn ein Kindersitz installiert wird. Das automatische Sperrsystem der Gurtaufroller aktiviert sich unter Umständen nicht wie vorgeschrieben, was zu einer unzureichenden Fixierung des Kindersitzes führen kann.
Diese Funktionsstörung wurde während einer internen Überprüfung im September 2025 entdeckt. Der Automobilhersteller führte daraufhin umfassende Untersuchungen durch, um das Ausmaß des Problems zu ermitteln. Nach mehrmonatiger Analyse trat am 17. Dezember das Produktsicherheitskomitee von Audi zusammen und bewertete die Situation als schwerwiegend genug, um eine offizielle Rückrufaktion zu rechtfertigen.
Gemäß dem NHTSA-Bericht entsprechen die betroffenen Fahrzeuge möglicherweise nicht zwei bundesstaatlichen Sicherheitsstandards für Kraftfahrzeuge. Diese Nichteinhaltung der Federal Motor Vehicle Safety Standards stellt ein erhebliches Risiko dar, insbesondere für die jüngsten und verletzlichsten Insassen. Die fehlerhafte Verriegelung könnte bei einem Unfall zu schweren Verletzungen von Kindern führen, da deren Sitze nicht ordnungsgemäß befestigt sind.
Übersicht der betroffenen Audi-Modelle und Fahrzeugzahlen
Die Rückrufaktion umfasst insgesamt 27.768 Audi-Fahrzeuge verschiedener Baureihen. Besonders betroffen sind mehrere Modellvarianten der aktuellen Generation, wobei sowohl konventionelle als auch elektrische Antriebskonzepte involviert sind. Die Verteilung der betroffenen Einheiten variiert erheblich zwischen den einzelnen Modelllinien.
| Modell | Anzahl betroffener Fahrzeuge | Antriebsart |
|---|---|---|
| Audi A5 | 12.571 | Konventionell |
| Audi Q6 E-Tron | 5.857 | Elektrisch |
| Audi A6 Sportback E-Tron | 3.348 | Elektrisch |
| Audi S5 | 2.848 | Konventionell |
| Audi A6 | 1.968 | Konventionell |
| Audi S6 Sportback E-Tron | 880 | Elektrisch |
| Audi Q6 Sportback E-Tron | 220 | Elektrisch |
| Audi SQ6 Sportback E-Tron | 62 | Elektrisch |
| Audi SQ6 E-Tron | 14 | Elektrisch |
Nach Schätzungen der NHTSA weisen schätzungsweise drei Prozent der zurückgerufenen Fahrzeuge tatsächlich den Defekt auf. Diese Quote bedeutet, dass etwa 830 Fahrzeuge real von der Fehlfunktion betroffen sind. Dennoch müssen aus Sicherheitsgründen alle potenziell betroffenen Einheiten überprüft werden, da sich nicht im Voraus ermitteln lässt, welche Fahrzeuge exakt das Problem aufweisen.
Ablauf und Maßnahmen für betroffene Fahrzeughalter
Die Volkswagen-Gruppe hat einen strukturierten Prozess zur Behebung des Sicherheitsproblems etabliert. Fahrzeugbesitzer werden durch offizielle Benachrichtigungsschreiben informiert, deren Versand für den 17. Februar 2026 vorgesehen ist. Diese Kommunikation enthält detaillierte Informationen zur Problematik sowie Anweisungen zum weiteren Vorgehen.
Die autorisierten Audi-Vertragswerkstätten führen folgende Schritte durch :
- Gründliche Inspektion der Sicherheitsgurt-Aufrollmechanismen an allen Sitzpositionen
- Prüfung der automatischen Verriegelungsfunktion unter verschiedenen Bedingungen
- Kostenloser Austausch defekter Gurtaufroller durch funktionierende Komponenten
- Abschließende Funktionskontrolle nach erfolgtem Austausch
Sämtliche Reparaturarbeiten im Rahmen dieser Rückrufaktion werden vollständig kostenfrei durchgeführt. Fahrzeughalter müssen weder für Ersatzteile noch für die Arbeitszeit aufkommen. Der Hersteller trägt alle anfallenden Kosten im Zusammenhang mit der Behebung dieses Sicherheitsmangels. Die Durchführung der Inspektion und gegebenenfalls notwendigen Reparatur dauert in der Regel nur wenige Stunden.
Kontaktmöglichkeiten und weitere Informationen
Betroffene Fahrzeugbesitzer können sich direkt an den Audi-Kundenservice wenden, um weitere Auskünfte zu erhalten oder Fragen zu klären. Die Servicenummer 1-800-253-2834 steht für Anfragen zur Verfügung. Die offizielle Rückrufnummer lautet 69D8, unter der alle relevanten Informationen bei Audi hinterlegt sind.
Die NHTSA stellt auf ihrer Webseite eine Suchfunktion bereit, mit der Fahrzeughalter anhand der Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN) überprüfen können, ob ihr spezifisches Fahrzeug von dieser Rückrufaktion betroffen ist. Diese Möglichkeit der eigenständigen Überprüfung bietet zusätzliche Transparenz und ermöglicht eine schnelle Klärung noch vor Erhalt des offiziellen Benachrichtigungsschreibens. Fahrzeugbesitzer sollten die Maßnahme ernst nehmen und zeitnah einen Werkstatttermin vereinbaren, um die Sicherheit ihrer Fahrzeuge und insbesondere ihrer jüngsten Mitfahrer zu gewährleisten.


