Piastri gewinnt Chinas Formel-1-Grand-Prix, während Hamilton und Leclerc disqualifiziert werden

Piastri gewinnt Chinas Formel-1-Grand-Prix, während Hamilton und Leclerc disqualifiziert werden

McLaren erlebte einen triumphalen Tag beim Großen Preis von China, als Oscar Piastri seinen dritten Formel-1-Sieg feierte und das Team seinen 50. Doppelsieg in der Geschichte verzeichnete. Die Freude bei McLaren stand im krassen Gegensatz zum Drama bei Ferrari, wo sowohl Lewis Hamilton als auch Charles Leclerc nach dem Rennen disqualifiziert wurden.

Piastris dominanter Auftritt in Shanghai

Oscar Piastri demonstrierte in Shanghai eindrucksvoll sein Können. Der australische Fahrer startete von der Pole Position und kontrollierte das Rennen von Anfang bis Ende. Seine fehlerfreie Vorstellung unterstrich das beeindruckende Leistungsvermögen des McLaren-Boliden, der sich auf dem Shanghai International Circuit als das schnellste Fahrzeug erwies.

Lando Norris komplettierte den Erfolg für McLaren mit dem zweiten Platz. Trotz eines späten Bremsenproblem, das kurzzeitig Spannung ins Rennen brachte, schaffte es der Brite, seinen Teamkollegen ins Ziel zu folgen. Der Doppelsieg markierte einen historischen Moment für den britischen Rennstall – es war der 50. Doppelsieg in der Geschichte von McLaren und der erste der laufenden Saison.

George Russell sicherte Mercedes mit dem dritten Platz einen Podiumsplatz, während Max Verstappen im Red Bull mit dem vierten Rang vorliebnehmen musste. Der vierfache Weltmeister konnte zu keiner Zeit in den Kampf um die Spitzenplätze eingreifen und musste anerkennen, dass der McLaren aktuell das Maß aller Dinge ist.

Position Fahrer Team
1 Oscar Piastri McLaren
2 Lando Norris McLaren
3 George Russell Mercedes
4 Max Verstappen Red Bull

Drama bei Ferrari nach technischen Verstößen

Was als schwieriger, aber punkteträchtiger Tag für Ferrari begann, endete in einem Desaster. Sowohl Lewis Hamilton als auch Charles Leclerc wurden nach dem Rennen disqualifiziert. Die Rennkommissare stellten bei den routinemäßigen Nachkontrollen im Parc fermé schwerwiegende technische Verstöße fest.

Bei Hamiltons Fahrzeug waren die Verschleißplatten an der Unterseite des Wagens um 0,5 mm dünner als vorgeschrieben. Diese sogenannten Skid Blocks sind Teil des Unterbodens und müssen nach dem Rennen eine bestimmte Dicke aufweisen, um sicherzustellen, dass das Auto nicht unter der Mindesthöhe fährt und dadurch einen aerodynamischen Vorteil gewinnt.

Leclercs Ferrari war hingegen um 1 kg zu leicht. Das Team führte dies auf den höheren Reifenverschleiß zurück, da der Monegasse eine Ein-Stopp-Strategie statt der geplanten Zwei-Stopp-Strategie wählte. Ferrari räumte ein, dass es sich um einen Berechnungsfehler handelte und betonte, dass keine Absicht bestand, einen regelwidrigen Vorteil zu erlangen.

Die Disqualifikationen waren ein weiterer Tiefschlag für Ferrari nach einem ohnehin schon enttäuschenden Rennen. Das Team konnte nicht an die starke Form vom Vortag anknüpfen, als Hamilton im Sprint-Rennen noch triumphierte. Im Hauptrennen fehlte es den roten Boliden deutlich an Tempo.

Strafmaßnahmen verändern das Klassement

Die nachträglichen Disqualifikationen von Hamilton, Leclerc und auch Pierre Gasly (Alpine) führten zu erheblichen Verschiebungen im Endergebnis. Die ursprünglich auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel gekommenen Ferrari-Piloten verloren ihre Punkte, was anderen Fahrern zugutekam.

Nutznießer der Disqualifikationen waren:

  • Esteban Ocon (Alpine), der auf den fünften Platz vorrückte
  • Der erst 18-jährige Kimi Antonelli (Mercedes), der Sechster wurde
  • Alex Albon (Williams), der den siebten Platz erbte
  • Der britische Rookie Ollie Bearman (Haas), der mit einer beeindruckenden Fahrt auf Platz acht landete
  • Lance Stroll (Aston Martin), der als Neunter weitere Punkte sammelte

Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Bearman, der mit entschlossenen Überholmanövern und kluger Rennstrategie überzeugte. Der junge Brite zeigte trotz seiner geringen Formel-1-Erfahrung eine reife Vorstellung.

McLarens Aufstieg und Ferraris Probleme

McLarens Dominanz in China war keine Überraschung. Das Team hat seit dem Saisonbeginn kontinuierlich Fortschritte gemacht und scheint nun das schnellste Auto im Feld zu haben. Besonders auffällig ist die ausgezeichnete Reifenperformance des McLaren, die dem Team einen entscheidenden Vorteil verschafft.

In der WM-Wertung führt nun Lando Norris mit acht Punkten Vorsprung vor Max Verstappen. Oscar Piastri liegt nur zehn Punkte hinter dem Weltmeister. McLaren, das seit Lewis Hamiltons Titel 2008 keinen Fahrermeister mehr stellen konnte, scheint in dieser Saison beste Chancen auf die Krone zu haben.

Ferrari hingegen steht vor großen Herausforderungen. Teamchef Fred Vasseur räumte ein, dass das Team Schwierigkeiten hat, die Leistungsschwankungen zu verstehen. „Es ist schwer zu verstehen und zu interpretieren“, sagte er. „Wir müssen bessere Arbeit leisten, um die Probleme zu analysieren. Alle haben die gleichen Reifen. Sobald sie nicht im richtigen Arbeitsfenster sind, wird es viel schwieriger.“

Die Scuderia, die seit Kimi Räikkönens Titel 2007 auf einen Weltmeister wartet, muss nun schnell Lösungen finden, um im Kampf um die Meisterschaft konkurrenzfähig zu bleiben. Für Lewis Hamilton, der in der Hoffnung zu Ferrari wechselte, seine Karriere mit Erfolgen zu krönen, war China ein ernüchterndes Erlebnis. Ausgerechnet sein ehemaliges Team McLaren scheint nun auf dem besten Weg zu sein, an die Spitze zurückzukehren.

Maximilian Hoffmann
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