Formel 1 Saudi-Arabien GP : Live-Updates zum Qualifying nach McLarens Dominanz im FP3 in Dschidda

Formel 1 Saudi-Arabien GP : Live-Updates zum Qualifying nach McLarens Dominanz im FP3 in Dschidda

Die Spannung in Dschidda steigt stetig, während sich die Formel-1-Teams auf das Qualifying des Saudi-Arabien Grand Prix vorbereiten. McLaren hat im dritten freien Training eine beeindruckende Dominanz gezeigt, doch Max Verstappen und Red Bull bleiben gefährlich nah an den Papaya-Rennern.

McLarens beeindruckende dominanz im fp3

Das dritte freie Training in Dschidda endete mit einer klaren Machtdemonstration des McLaren-Teams. Lando Norris sicherte sich mit einer Zeit von 1:27.489 die Spitzenposition, nur zwei Tausendstel Sekunden vor seinem Teamkollegen Oscar Piastri. Bemerkenswert ist der enorme Vorsprung von mehr als einer halben Sekunde auf den Rest des Feldes, was die aktuelle Stärke des britischen Rennstalls unterstreicht.

Die Schnelligkeit der McLaren-Boliden auf dem Jeddah Corniche Circuit kommt nicht überraschend. Bereits am vergangenen Wochenende in Bahrain zeigte das Team mit Oscar Piastris Erfolg seine Wettbewerbsfähigkeit. Die Streckencharakteristik in Saudi-Arabien mit ihren zahlreichen Hochgeschwindigkeitspassagen scheint dem MCL39 besonders entgegenzukommen.

Trotz der McLaren-Dominanz zeigte Max Verstappen im ersten Qualifying-Abschnitt (Q1) eine starke Leistung. Mit einer Zeit von 1:27.778 setzte er sich kurzzeitig an die Spitze, nur drei Tausendstel vor Norris und etwa ein Zehntel vor Piastri. Dies deutet darauf hin, dass das Qualifying-Ergebnis keineswegs vorhersehbar ist.

Die aerodynamischen Eigenschaften des Kurses in Dschidda stellen besondere Anforderungen an die Teams. Die vielen schnellen Kurven begünstigen Fahrzeuge mit steiferen Flügeln wie den Red Bull, während die langen Beschleunigungszonen Vorteile für Autos mit flexibleren Flügeln wie McLaren und Mercedes bieten können.

Teamduelle und qualifikations-statistiken der saison

Die Teamduelle in den Qualifyings der bisherigen Saison 2025 zeigen interessante Muster. Nach vier absolvierten Rennwochenenden haben sich klare Tendenzen herauskristallisiert. Besonders auffällig ist die Dominanz einiger Fahrer gegenüber ihren Teamkollegen:

  • Pierre Gasly führt mit 4:0 gegen Jack Doohan bei Alpine
  • Fernando Alonso dominiert Lance Stroll mit 4:0 bei Aston Martin
  • George Russell hat ein perfektes 4:0 gegen Kimi Antonelli bei Mercedes
  • Bei McLaren steht es ausgeglichen 2:2 zwischen Norris und Piastri
  • Max Verstappen führt mit 2:0 sowohl gegen Tsunoda als auch gegen Lawson

Ein interessantes Muster der bisherigen Saison: In allen vier Rennen konnte der Pole-Position-Inhaber auch den Sieg erringen. Dies unterstreicht die Bedeutung eines starken Qualifyings für den Rennausgang, besonders auf Strecken wie in Dschidda, wo Überholen trotz DRS-Zonen herausfordernd bleibt.

Die Q1-Session des aktuellen Qualifyings brachte bereits erste Überraschungen. Lance Stroll konnte sich nicht für Q2 qualifizieren und landete auf Position 16. Auch für die Rookies Jack Doohan, Nico Hülkenberg, Esteban Ocon und Gabriel Bortoleto endete das Qualifying früh. Besonders bitter für Bortoleto, dessen Dreher nicht nur seine eigene Session beendete, sondern auch Verstappens letzte schnelle Runde verhinderte.

Position Q1 Fahrer Team Zeit
1 Max Verstappen Red Bull 1:27.778
2 Lando Norris McLaren 1:27.781
3 Oscar Piastri McLaren 1:27.880
16 Lance Stroll Aston Martin

Historische momente und nebenschauplätze in dschidda

Neben dem Hauptevent der Formel 1 bot das Rennwochenende in Saudi-Arabien bereits historische Momente in den Nachwuchsserien. Der 17-jährige Arvid Lindblad schrieb Geschichte, indem er zum jüngsten Formel-2-Sieger aller Zeiten wurde. Obwohl Richard Verschoor als Erster die Ziellinie überquerte, wurde Lindblad aufgrund einer 5-Sekunden-Strafe für Verschoor zum Sieger erklärt – ein großer Erfolg für den Red-Bull-Nachwuchsfahrer.

In der F1 Academy feierte Ella Lloyd einen bemerkenswerten Sieg im ersten Rennen vor Alisha Palmowski und Maya Weug. Dieser Erfolg markiert nicht nur Lloyds ersten Triumph in der Serie, sondern auch McLarens ersten Sieg in Saudi-Arabien in jeglicher Kategorie – möglicherweise einen Tag vor Norris oder Piastri.

Für Ollie Bearman ist die Rückkehr nach Dschidda besonders emotional. Vor genau einem Jahr gab er hier sein überraschendes Formel-1-Debüt für Ferrari, als er für den an Blinddarmentzündung erkrankten Carlos Sainz einsprang. Seine beeindruckende Leistung mit Platz 7 blieb in Erinnerung. Nun kehrt er als Stammfahrer für Haas zurück und hofft, physisch stärker zu sein als bei seinem kräftezehrenden Debüt.

Ein kurioses Gesprächsthema im Paddock waren die silberfarbenen „Weltraum-Jacken“ des Mercedes-Teams. Das mit CLIMACOOL-Technologie ausgestattete Adidas-Produkt soll die Kühlung der Fahrer in der extremen Hitze optimieren. George Russell und Kimi Antonelli trugen die auffälligen Jacken bereits in Bahrain, was die Aufmerksamkeit anderer Fahrer während der Fahrerparade auf sich zog.

Technikschlachten und neueys zukunftsfokus

Während sich die Teams auf dem Asphalt duellieren, finden abseits der Strecke wichtige technische Entwicklungen statt. Bei Aston Martin konzentriert sich Stardesigner Adrian Newey trotz des schwierigen Saisonbeginns vollständig auf das Projekt für 2026. Teamchef Andy Cowell bestätigte, dass „hundert Prozent von Adrians Designzeit auf 2026 fokussiert sind“.

Diese Entscheidung ist nachvollziehbar, da der frühe Debüttermin der 2026er-Autos – mit dem ersten Vortest voraussichtlich Ende Januar – und die komplette Überarbeitung des Regelwerks ohne Übernahmen von den aktuellen Fahrzeugen einen enormen Arbeitsaufwand bedeuten. Neweys Feedback zu Aston Martins Designprozessen wird dennoch indirekt auch dem 2025er-Projekt zugutekommen.

Derweil sorgte Carlos Sainz‘ Ausrutscher in der Pressekonferenz vor dem Bahrain-Grand-Prix für erneute Diskussionen über die strenge Haltung der FIA gegenüber Schimpfwörtern. Seine Bemerkung „Ich weiß nicht, ob ich dafür wieder eine Strafe bekomme, aber Scheiße passiert“ löste gedämpftes Kichern im Raum aus – ein Zeichen dafür, dass die langjährige, ermüdende Debatte über Fluchen in der Formel 1 noch immer nicht abgeschlossen ist.

Während das Qualifying in vollem Gange ist, bleibt die Frage, ob McLarens Dominanz im FP3 sich im Kampf um die Pole-Position fortsetzen wird oder ob Max Verstappen und Red Bull zurückschlagen können. Die herausfordernde Streckencharakteristik von Dschidda verspricht ein spannendes Duell um die beste Startposition für das morgige Rennen.

Ben richter
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