FIA stellt neue Formel-1-Begriffe für die Saison 2026 vor

FIA stellt neue Formel-1-Begriffe für die Saison 2026 vor

Die Formel 1 steht vor einem bedeutenden Wandel, der nicht nur die Technik, sondern auch die Kommunikation mit den Fans betrifft. Mit Blick auf die Saison 2026 hat der Weltverband FIA eine umfassende Überarbeitung der offiziellen Bezeichnungen vorgenommen. Diese Neuerungen sollen das Verständnis für die komplexen Systeme der kommenden Fahrzeuggeneration erleichtern und gleichzeitig die Attraktivität des Sports steigern.

Neue Bezeichnungen für elektrische Leistungsmodi im Motorsport

Die elektrischen Energiesysteme werden in der kommenden Ära eine deutlich größere Rolle spielen als bisher. Der Automobilweltverband hat drei zentrale Begriffe eingeführt, die das Energiemanagement beschreiben. Overtake bezeichnet die neue Überholhilfe, die den bisherigen DRS-Mechanismus ersetzt. Fahrer können diese Funktion aktivieren, wenn sie sich beim Messpunkt innerhalb einer Sekunde hinter dem Vordermann befinden.

Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Lösung liegt in der Art der Unterstützung. Anstatt durch das Öffnen des Heckflügels wird die Überholhilfe nun durch zusätzliche elektrische Energie bereitgestellt. Diese Veränderung ergibt sich logisch aus der Einführung der aktiven Aerodynamik, bei der alle Piloten auf den Geraden bereits den Heckflügel öffnen werden.

Boost Mode beschreibt die vom Fahrer gesteuerte Energiefreisetzung des ERS-Systems. Jeder Pilot entscheidet selbstständig, an welcher Stelle der Runde er welchen Anteil der verfügbaren Energie einsetzt. Diese taktische Komponente gewinnt erheblich an Bedeutung, weshalb einige Rennställe Überholmanöver an ungewöhnlichen Streckenabschnitten erwarten. Der dritte Begriff Recharge bezeichnet den Modus, in dem Energie zur Aufladung der Batterie verwendet wird. Diese drei Termini bilden die Grundlage für das Energiemanagement der Zukunft.

Begriff Funktion Einsatzbereich
Overtake Zusätzliche elektrische Leistung Innerhalb 1 Sekunde zum Vordermann
Boost Mode Fahrer-kontrollierte Energiefreisetzung Frei wählbar auf der Runde
Recharge Batterieaufladung Energierückgewinnung

Aerodynamische Konfigurationen für verschiedene Streckenabschnitte

Die ursprüngliche Unterscheidung zwischen X-Mode und Z-Mode hat der Verband als unnötig kompliziert eingestuft. Stattdessen wurden zwei intuitive Bezeichnungen gewählt, die sich unmittelbar aus ihrer Funktion ergeben. Straight Mode beschreibt die Konfiguration für Geraden, bei der sich die Klappen am Front- und Heckflügel öffnen. Diese Einstellung reduziert den Luftwiderstand erheblich und steigert die Höchstgeschwindigkeit auf langen Geraden.

Die Aktivierung erfolgt automatisch an festgelegten Punkten der Strecke, wobei eine Mindestlänge der Gerade vorausgesetzt wird. Corner Mode hingegen repräsentiert die normale Flügelstellung mit maximaler Abtriebskraft. In Kurven kehren die Flügel in ihre gewohnte Position zurück, um optimale Performance in schnellen Richtungswechseln zu gewährleisten. Diese Vereinfachung der Terminologie soll das Verständnis für neue und erfahrene Anhänger gleichermaßen verbessern.

Nach Aussagen von Nikolas Tombazis während eines Mediengesprächs in Abu Dhabi wurden alle neuen Bezeichnungen mit speziellen Fokusgruppen getestet. Diese Gruppen setzten sich aus verschiedenen Kategorien von Motorsportfans zusammen, um eine breite Akzeptanz sicherzustellen. Die schnelle Verkürzung des ursprünglichen Manual Override Mode zu MOM durch die Community verdeutlichte die Notwendigkeit einer durchdachten Namensgebung.

Technische Spezifikationen der kommenden Fahrzeuggeneration

Die nächste Generation der Rennwagen bringt bedeutende technische Veränderungen mit sich. Der Radstand wird um 200 Millimeter verkürzt, während das Chassis um 100 Millimeter schmaler ausfällt. Das Mindestgewicht sinkt auf 770 Kilogramm, wobei viele Experten im Fahrerlager die Realisierbarkeit dieser Vorgabe anzweifeln. Besonders im ersten Jahr des neuen Regelzyklus dürfte diese Marke für die Teams eine Herausforderung darstellen.

Die aktive Aerodynamik bildet das Herzstück der Neuentwicklung. Aktuelle Darstellungen des Weltverbands zeigen zudem kleinere Anpassungen an den Seitenkästen und den sogenannten In-Wash-Boards. Die Reduktion turbulenter Luftströme gehört zu den Hauptzielen des überarbeiteten Regelwerks. Der Gesamtluftwiderstand soll um etwa 40 Prozent sinken, während die neuen Boliden 15 bis 30 Prozent weniger Abtrieb generieren werden.

Folgende Hauptmerkmale kennzeichnen die Fahrzeuge ab 2026 :

  • Aktive Aerodynamiksysteme mit variablen Flügelstellungen
  • Kompaktere Abmessungen für agileres Fahrverhalten
  • Reduziertes Mindestgewicht zur Effizienzsteigerung
  • Optimierte Seitenkästen zur Luftstromverbesserung
  • Schmalere Reifen trotz beibehaltener 18-Zoll-Dimension

Die neuen Pirelli-Reifen wurden bereits nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi von allen Teams getestet. Trotz der ursprünglichen Präferenz des Verbands für 16-Zoll-Räder bleiben die Pneus bei 18 Zoll. Sie fallen jedoch schmaler aus, um zur Gewichtsreduzierung beizutragen. Die ersten geschlossenen Testfahrten in Barcelona stehen bereits in etwas mehr als einem Monat an und werden erste Einblicke in die Performance der revolutionären Technologie liefern.

Maximilian Hoffmann
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