In der Welt der Formel 1 sorgt eine ungewöhnliche Nachricht für Gesprächsstoff: Carlos Sainz Senior, Rallye-Legende und Vater des Ferrari-Piloten Carlos Sainz Junior, erwägt eine Kandidatur für das Amt des FIA-Präsidenten. Diese Möglichkeit hat unter den aktuellen F1-Fahrern verschiedene Reaktionen ausgelöst und wirft Fragen zur Zukunft des Motorsport-Weltverbands auf.
Reaktionen der formel-1-elite zu sainz‘ möglicher kandidatur
Die Nachricht über eine potenzielle Präsidentschaftskandidatur von Carlos Sainz Senior verbreitete sich nach dem Grand Prix in Miami wie ein Lauffeuer durch das Fahrerlager. Bei den Medienterminen in Imola wurden zahlreiche Piloten zu ihrer Meinung befragt, insbesondere GPDA-Direktor George Russell äußerte sich sehr positiv.
„Carlos Senior ist eine äußerst respektierte Persönlichkeit in der gesamten Motorsportbranche. Nicht nur in der Formel 1 oder im Rallyesport. Er verfügt über enorme Erfahrung in dieser Welt“, betonte Russell. „Er wäre natürlich ein fantastischer Kandidat, wenn er das anstreben würde. Ich war zunächst überrascht, aber bei genauerer Überlegung ergibt es durchaus Sinn.“
Auch Max Verstappen, der seine F1-Karriere als Teamkollege von Sainz Junior bei Toro Rosso begann, unterstützt die Idee: „Ich denke, er wird in der Motorsportwelt sehr geschätzt, sowohl hier als auch in der Rallye-Szene. Natürlich sagen die Leute: ‚Aber das steht im Konflikt mit seinem Sohn‘, aber ich denke, er ist professionell genug, um das voneinander zu trennen.“
Auf die direkte Frage, ob Sainz Senior ein besserer Präsident als der amtierende Mohammed Ben Sulayem wäre, antwortete Verstappen diplomatisch: „Das könnt ihr selbst beurteilen. Es wäre dumm von mir, dazu hier etwas zu sagen.“
Die perspektive des sohnes und potenzielle interessenkonflikte
Carlos Sainz Junior wurde während seines Medientermins mit zahlreichen Fragen zur möglichen Kandidatur seines Vaters konfrontiert. Der Ferrari-Pilot betonte die einzigartige Qualifikation seines Vaters für diese Position.
„Er hat meine Kart-Jahre miterlebt, kennt die Wurzeln des Motorsports im Kartsport, hat Jahre im Formelsport mit mir verbracht und weiß, wie schwierig und teuer dieser Aufstieg ist“, erklärte Sainz Junior. „Er hat 10 Jahre Formel 1 mit mir erlebt, 40 Jahre Rallyesport hinter sich und engagiert sich in Spanien stark für Verkehrssicherheit mit der Ponle Freno-Kampagne.“
Bemerkenswert ist, dass die Idee laut Sainz Junior nicht von seinem Vater selbst stammte: „Interessanterweise kam es nicht von ihm, sondern von vielen Leuten im Fahrerlager, die es ihm ins Ohr gesetzt haben. Und er begann zu denken: ‚Vielleicht, ja…'“
Ein häufig diskutierter Aspekt ist die Frage nach möglichen Interessenkonflikten. Sowohl Russell als auch Sainz Junior sehen jedoch keine Probleme:
- Die präsidiale Rolle ist von technischen Entscheidungen getrennt
- Transparente Kommunikation würde jegliche Bedenken ausräumen
- Beide Sainz sind für ihre Integrität bekannt
- Der Vater respektiert die Unabhängigkeit seines Sohnes
- Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen könnten getroffen werden
„Wenn man meinen Vater oder mich persönlich kennt, weiß man, dass wir ehrliche Menschen sind und niemals diese Situation im Motorsport kompromittieren würden“, versicherte Sainz Junior.
Das sagen teamchefs und experten
Williams-Teamchef James Vowles unterstützt ebenfalls Sainz Seniors potenzielle Kandidatur. „Er hat eine wirklich logische Sichtweise darauf, wie der Sport aufgebaut ist, wie er dahin gekommen ist, wo er jetzt ist, und was tatsächlich helfen kann“, sagte Vowles.
Der Williams-Boss betonte zudem: „Was mir bei Carlos Senior aufgefallen ist, ist, dass er erkennt, dass sein Sohn jetzt sein eigener Mann ist und sich tatsächlich in nichts einmischt. Er müsste sich davon natürlich noch weiter entfernen, wenn er den FIA-Weg einschlägt, aber ich bin zuversichtlich, dass wir ausreichend Schutzmaßnahmen einrichten können, sodass es kein Problem darstellen würde.“
Die aktuelle situation der fia und mögliche veränderungen
Die Diskussion um eine mögliche Kandidatur von Sainz Senior findet vor dem Hintergrund wachsender Kritik an der aktuellen FIA-Führung statt. Viele Fahrer haben ihre Unzufriedenheit mit verschiedenen Entscheidungen zum Ausdruck gebracht.
| Kritikpunkte an der aktuellen FIA-Führung | Mögliche Verbesserungen unter Sainz |
|---|---|
| Mangelnde Kommunikation mit Fahrern | Besserer Dialog durch Nähe zum aktuellen Fahrerfeld |
| Kontroverse Regeländerungen (z.B. zu Fluchen) | Praxisorientierte Regeln durch Erfahrung als aktiver Sportler |
| Politische Spannungen | Fokus auf sportliche statt politische Aspekte |
| Transparenzprobleme | Offenere Kommunikation und Entscheidungsprozesse |
George Russell drückte seine Frustration über die aktuelle FIA-Führung deutlich aus: „Die Änderungen hätten niemals stattfinden dürfen. Es fühlt sich ein bisschen falsch an, sich für Änderungen zu bedanken, wenn wir von vornherein nicht in dieser Situation hätten sein sollen. Wir hatten immer noch keine Korrespondenz mit jemandem von der oberen Ebene der FIA. Es ist alles ein bisschen verdächtig.“
Carlos Sainz Junior glaubt, sein Vater könnte der Richtige sein, um „Politik aus der Formel 1 zu entfernen“ und den Fokus wieder auf den Sport zu legen.
Der weg zur fia-präsidentschaft
Während Sainz Senior seine Kandidatur noch prüft, läuft im Hintergrund bereits die Planung. Laut seinem Sohn versucht er aktuell „zu verstehen, wie die Wahlen funktionieren, wie viel Überzeugungsarbeit notwendig ist und mit wie vielen Leuten er sprechen muss“.
Die Wahlen zum FIA-Präsidenten finden später im Jahr 2025 statt, und Mohammed Ben Sulayem scheint bereits Unterstützung zu sammeln. Laut Berichten von The Times wird Anthony Hamilton, Vater von Lewis Hamilton, eine offizielle Rolle bei der FIA übernehmen. Diese Entwicklung wird weithin als Unterstützung für Ben Sulayems Präsidentschaft angesehen.
Die Ankündigung von Hamiltons FIA-Rolle soll bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Macau im nächsten Monat erfolgen. Hamilton arbeitet bereits seit anderthalb Jahren als Berater für die FIA und spielt eine wichtige Rolle beim Young Driver Development Pathway des Verbands.
- Bekanntgabe der offiziellen Kandidaten
- Wahlkampfphase mit Vorstellung der Programme
- Abstimmung durch die FIA-Mitgliedsverbände
- Amtsübernahme des gewählten Präsidenten
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Carlos Sainz Senior tatsächlich für das Amt des FIA-Präsidenten kandidieren wird und welche Unterstützung er im Motorsport-Umfeld mobilisieren kann. Eines steht jedoch fest: Seine mögliche Kandidatur hat bereits jetzt wichtige Diskussionen über die Zukunft der Formel 1 und des Motorsports insgesamt angestoßen.
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