Audi Concept C : das wichtigste Auto des Konzerns seit 20 Jahren im Test

Audi Concept C : das wichtigste Auto des Konzerns seit 20 Jahren im Test

Das Audi Concept C markiert einen Wendepunkt für den Ingolstädter Automobilhersteller. Dieses revolutionäre Fahrzeugkonzept verkörpert eine neue Designsprache namens „Radical Simplicity“ und könnte die Zukunft der Marke für die nächsten Jahrzehnte prägen. Unter der Führung des neuen Designchefs Massimo Frascella entstanden, repräsentiert das Concept C weit mehr als nur einen weiteren Prototyp.

Revolutionäres Design trifft historisches Erbe

Die Namensgebung des Concept C ehrt Audis beeindruckendes Motorsporterbe der 1930er Jahre. Das historische Auto Union Typ C von 1936 dient als Inspiration für den modernen Roadster. Jener legendäre Silberpfeil verfügte über einen 6,0-Liter-V16-Motor mit Kompressor und verkörperte bereits damals das Prinzip „Form folgt Funktion“.

Frascella und sein Team schufen innerhalb von nur fünf Monaten ein fahrbereites Konzeptfahrzeug. Diese bemerkenswerte Zeitspanne war nur möglich durch die Unterstützung von CEO Gernot Döllner, der bereits beim Porsche 918 Spyder Concept ähnliche Schnelligkeit bewies. Das zweisitzige Hardtop-Cabriolet positioniert sich zwischen TT und R8, sowohl preislich als auch konzeptionell.

Das äußere Erscheinungsbild zeigt klare Linien und eine voluminöse Silhouette. Bei eingeklapptem Dach erinnert die A-Säule an den Porsche 991.2 Speedster. Drei charakteristische Luftauslässe im Heckbereich schaffen eine optische Verbindung zum historischen Typ C. Die rechteckige Frontpartie verbirgt geschickt die notwendigen Fahrerassistenzsysteme.

Innenraumrevolution durch „Shy Interior“

Der Innenraum des Concept C führt Audis neues „Shy Interior“-Konzept ein. Sichtbare Kunststoffteile gehören der Vergangenheit an und werden künftig in Premium-Audis verbannt. Stoffbezogene Türen, flauschige Teppiche und echtes Aluminium prägen das Ambiente. Der klappbare Bildschirm verschwindet elegant, wenn er nicht benötigt wird.

Audi kehrt zu seinem charakteristischen „Klick“ zurück. Vor zwei Jahrzehnten revolutionierte die Marke Fahrzeuginterieurs durch einheitliche Bediengeräusche und haptisches Feedback. Diese Innovation wurde später zugunsten von Touchscreens aufgegeben. Das neue Designkonzept bringt diese bewährte Philosophie zurück.

Innenraumelement Bisheriger Ansatz Neues Konzept
Bedienelemente Touchscreen-dominiert Physische Schalter mit Feedback
Materialien Sichtbare Kunststoffe Aluminium und Textilien
Bildschirm Permanent sichtbar Versenkbar bei Nichtgebrauch

Die Radical Simplicity Designsprache wird ab 2027 schrittweise in die Serienproduktion einfließen. Angesichts der derzeitigen Materialqualität aktueller Modelle wie dem A6 E-Tron kann dieser Wandel nicht früh genug kommen.

Technische Innovation auf SSP-Plattform

Das Concept C basiert auf der modularen SSP-Architektur (Scalable Systems Platform) des Volkswagen Konzerns. Ein einzelner Heckmotor mit über 500 PS treibt das Fahrzeug an. Die 800-Volt-Architektur ermöglicht schnelles Laden und hohe Leistungsübertragung.

Ungewöhnlich für einen Sportwagen befindet sich die Batterie nicht im Fahrzeugboden, sondern vollständig hinter den Passagieren. Diese Konfiguration ermöglicht die flache Sportwagen-Silhouette und erinnert an die Kraftstoffanordnung des historischen Typ C. Das Fahrzeug misst etwa 4,05 Meter in der Länge und ähnelt dem R8 der zweiten Generation.

Folgende technische Highlights kennzeichnen das Concept C :

  • 800-Volt-Elektroarchitektur für maximale Effizienz
  • Einzelmotor-Heckantrieb mit über 500 PS Leistung
  • Innovative Batteriepositionierung hinter den Sitzen
  • 21-Zoll-Räder mit Michelin PS5-Bereifung
  • Gewichtsoptimierung trotz Elektroantrieb

Für die Serienversion plant Audi möglicherweise eine Allradvariante. CEO Döllner bevorzugt zwar Heckantrieb, bestätigte aber wahrscheinliche AWD-Optionen für das Produktionsmodell.

Fahrerlebnis und Zukunftsperspektiven

Das Fahrerlebnis übertrifft alle Erwartungen an einen Prototyp. Das Concept C beschleunigt explosionsartig und übertrifft den V8-R8 deutlich in der Geradlinienleistung. Überraschender ist jedoch das überlegene Fahrverhalten und der Komfort gegenüber dem Vergleichsfahrzeug.

Die Lenkung zeigt sich bemerkenswert direkt und ausgewogen. Jahrzehntelange Probleme mit Untersteuern gehören der Vergangenheit an. Die breite Michelin-Bereifung (305/30-21 hinten, 265/35-21 vorn) verhindert Übersteuern effektiv. Das Fahrzeug gleicht einem verkürzten und erleichterten RS E-Tron GT.

Akustisch bietet das Concept C eine neuartige Erfahrung. Statt kreischender V10-Sounds erzeugen dezente Lautsprecher angenehme Elektrogeräusche. Das offene Fahren bei Sportwagen-Geschwindigkeiten in relativer Stille schafft völlig neue Sinneseindrücke.

Die Serienproduktion startet 2027 global, der US-Markt folgt 2028. Preisschätzungen bewegen sich zwischen 80.000 und 100.000 Dollar. Audi benötigt dieses Fahrzeug als Halo-Modell für den geplanten Formel-1-Einstieg 2026. Wenn 80 Prozent der Concept-C-Qualitäten in die Serie übernommen werden, könnte Ingolstadt einen absoluten Volltreffer landen. Das Konzept verspricht nicht nur Design-Erfolg, sondern auch fahrdynamische Exzellenz für mindestens zwei weitere Jahrzehnte Wettbewerbsfähigkeit gegen BMW und Mercedes-Benz.

Maximilian Hoffmann
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