Franco Colapinto steht beim Großen Preis von Kanada unter enormem Druck. Der argentinische Fahrer kämpft nicht nur um Punkte, sondern um seine Zukunft in der Formel 1. Nach drei enttäuschenden Rennen für Alpine wackelt sein Cockpit bereits, und die Gerüchteküche brodelt.
Die ungewisse Zukunft bei Alpine
Die Situation bei Alpine gleicht einem ständigen Zustand der Ungewissheit. Flavio Briatore, der als Berater fungiert und de facto die Rolle des Teamchefs übernommen hat, hält sich bezüglich Colapintos Zukunft bedeckt. Nach dem Großen Preis von Miami ersetzte Colapinto den entlassenen Jack Doohan, wobei zunächst von fünf Rennen die Rede war.
Diese Klarheit verflog jedoch schnell, als Briatore behauptete: „Ich habe nie von fünf Rennen, drei Rennen, vier Rennen oder einem Rennen gesprochen. Wenn Colapinto Leistung bringt, fährt er den Wagen. Wenn nicht, werden wir sehen.“ Der drohende Unterton ist unverkennbar und spiegelt die leistungsorientierte Philosophie wider, die Briatore bei Alpine etabliert hat.
Die Führungsebene bei Alpine hat in den letzten Jahren ein wahres Stühlerücken erlebt. So viele hochrangige Führungskräfte wurden eingestellt und entlassen, dass man sich fragt, ob die Tinte mit ihren Namen auf den Bürotüren überhaupt Zeit zum Trocknen hatte. Diese Unsicherheit erstreckt sich nun auch auf die Fahrersitze.
Bei der Pressekonferenz vor dem Spanien-Grand-Prix machte Briatore deutlich: „Ich weiß im Moment nicht, ob Franco für die Saison bleiben wird oder nicht, aber wir werden sehen. Es hängt von der Leistung ab. Wir schauen nur auf die Leistung – nichts anderes.“
Enttäuschende Ergebnisse und verpasste Chancen
In seinen ersten drei Rennen für Alpine zeigte Colapinto alle schlechten Gewohnheiten, die er bereits während seiner Zeit bei Williams offenbarte, als er in den letzten neun Runden der Vorsaison den strauchelnden Logan Sargeant ersetzte. Die pure Geschwindigkeit, die ihn damals auszeichnete, bleibt im Alpine A325 bisher verborgen.
| Rennen | Qualifikation | Rennergebnis | Hauptprobleme |
|---|---|---|---|
| Imola | Ausgeschieden in Q1 | DNF | Unfall nach Missverständnis bei Boxenfunk |
| Monaco | Ausgeschieden in Q1 | 13. Platz | Strategieprobleme mit Hartreifen-Start |
| Spanien | Ausgeschieden in Q1 | 15. Platz | Getriebeproblem, verpasste Chancen trotz Safety Car |
Bei seinem Debüt in Imola missverstand Colapinto eine Funkanweisung beim Verlassen der Garage nach einer roten Flagge in Q1 und erhielt eine Startplatzstrafe. Kurz darauf hatte ein Moment der Ungenauigkeit am Ausgang der Tamburello-Kurve verheerende Folgen, als er mit einem Rad auf den Schmutz geriet und in die Mauer krachte.
In Monaco schied Colapinto erneut in Q1 aus und mühte sich auf den 13. Platz, zwei Runden zurück. Er machte eine Strategie verantwortlich, die ihn auf Hartreifen starten ließ. Tatsächlich war das Ergebnis eine Kombination aus dem schlechten Startplatz und dem taktischen Spiel anderer Teams im Verkehr.
In Spanien verhinderte ein Antriebsstrangproblem, das einen neuen Getriebewechsel erforderte, einen zweiten Versuch in Q1. Im Rennen erreichte er trotz der Chance durch das späte Safety Car nur den 15. Platz. „Ich muss mich auf Kanada konzentrieren“, sagte er nach dem Spanien-Grand-Prix – und das zu Recht, denn die Gerüchteküche arbeitet bereits auf Hochtouren.
Potenzielle Nachfolger und brodelnde Gerüchte
Die Spekulationen über mögliche Ersatzfahrer nehmen zu. Besonders folgende Namen werden genannt:
- Sergio Perez, dessen wohlhabende Sponsoren gut zu Briatores bekannter Vorliebe für finanzkräftige Partner passen würden
- Paul Aron, Testfahrer und F2-Rennsieger des Vorjahres
- Jack Doohan, der als Reservefahrer weiterhin auf der Gehaltsliste steht
Die Gerüchte über einen sofortigen Wechsel zu Sergio Perez basieren vermutlich auf Spekulationen eines Medienunternehmens, das eine intuitive Vermutung auf Basis von Briatores bekannter Affinität zu finanziellen Aspekten anstellte. Perez würde zwar wohlhabende Sponsoren mitbringen, konzentriert sich aber Berichten zufolge auf sein Comeback mit Cadillac in der nächsten Saison und hätte wenig zu gewinnen, wenn er jetzt in einem Mittelfeld-Auto Platz nehmen würde.
Wahrscheinlicher wären Einsätze von Testfahrer Paul Aron oder sogar eine Rückkehr von Jack Doohan, der noch immer als Reservefahrer auf der Gehaltsliste steht und sprichwörtlich am Flussufer sitzt, wartend auf seine Chance.
Der entscheidende Moment in Kanada
Der Große Preis von Kanada könnte zum Schicksalsrennen für Colapinto werden. Briatore ist bekannt für seine Rücksichtslosigkeit und steht selbst unter Druck von oben, Ergebnisse zu liefern. Diesen Druck gibt er direkt an seine Untergebenen weiter – einschließlich der Fahrer.
Für Colapinto bietet der Circuit Gilles Villeneuve in Montreal eine letzte Chance, sein Talent zu beweisen. Die anspruchsvolle Strecke mit ihren langen Geraden und harten Bremszonen könnte seinen Fahrstil begünstigen, wenn er seine Fehler minimieren kann.
Die Formel-1-Welt wird gespannt zusehen, ob der Argentinier das Ruder noch herumreißen kann oder ob sein Name der nächste sein wird, der von Alpines sprichwörtlicher Bürotür verschwindet. Der Druck ist immens, aber genau in solchen Momenten zeigen sich die wahren Champions – eine Qualität, die Colapinto in Kanada dringend unter Beweis stellen muss.
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