Alpine steht vor einer entscheidenden Entscheidung für die Formel-1-Saison 2026. Während Pierre Gasly seinen Vertrag bis Ende 2028 verlängert hat, bleibt der zweite Cockpit-Platz unbesetzt. Managing Director Steve Nielsen muss nun den passenden Teamkollegen für den französischen Piloten identifizieren.
Die bisherigen Experimente mit unerfahrenen Fahrern verliefen nicht optimal. Jack Doohan und Franco Colapinto teilten sich das Cockpit, ohne Punkte zu erzielen. Diese Situation zwingt Alpine zur Überlegung, ob der eingeschlagene Weg mit jungen Talenten fortgesetzt oder eine Kurskorrektur vorgenommen werden soll.
Franco Colapinto als wahrscheinlichste Alternative
Der Argentinier gilt derzeit als sicherste Option für Alpine. Flavio Briatore räumte jedoch ein, dass das Team möglicherweise zu viel Druck auf den jungen Fahrer ausgeübt habe. Nach seinem Wechsel von Williams zu Alpine musste Colapinto sofort gegen den erfahrenen Gasly bestehen, was seine Entwicklung beeinträchtigt haben könnte.
Bei Williams hatte Colapinto ohne Erwartungsdruck beeindruckende Leistungen gezeigt, begann jedoch später Unfälle zu häufen. Sein Übergang zu Alpine als Reservefahrer schien bereits ein Vorbote für einen Vollzeit-Platz zu sein. Nach Doohans Degradierung nach sechs Rennen übernahm Colapinto das Cockpit.
Die bisherigen Ergebnisse fielen gemischt aus. Beim Qualifying in Imola crashte er beim ersten Versuch, erreichte aber nie die Top-10. Dennoch verbesserten sich seine Resultate graduell. Der elfte Platz in Zandvoort brachte ihn in Reichweite wichtiger Punkte. Im direkten Qualifying-Vergleich mit Gasly steht er bei 7-3, was durchaus respektabel ist, jedoch nicht die explosive Leistung seiner Williams-Zeit widerspiegelt.
| Fahrer | Qualifying-Siege gegen Gasly | Punkte 2025 | Status |
|---|---|---|---|
| Franco Colapinto | 3 von 10 | 0 | Aktueller Fahrer |
| Jack Doohan | 3 von 6 | 0 | Degradiert |
Erfahrene Optionen aus dem Red Bull-Umfeld
Das Red Bull-Ökosystem könnte Alpine interessante Möglichkeiten bieten. Wahrscheinlich wird ein Fahrer am Jahresende das System verlassen, da Arvid Lindblad stärker mit einem Racing Bulls-Debüt in Verbindung gebracht wird. Weitere Umstrukturierungen sind möglich, falls Isack Hadjar eine Red Bull-Beförderung erhält.
Yuki Tsunoda oder Liam Lawson könnten verfügbar werden. Beide repräsentieren bekannte Größen, falls Alpine seine Rookie-Experimente beenden möchte. Tsunoda hielt gegen Ende seiner Zeit als Teamkollege mit Gasly mit, während Lawson zeitweise als ebenbürtig mit Tsunoda galt.
Ihre Hoffnungen auf Red Bull-Erfolg wurden jedoch durch Schwierigkeiten mit dem unberechenbaren RB21-Chassis gedämpft. Beide wären vernünftige Optionen für Alpine 2026. Gasly könnte Tsunodas Kandidatur unterstützen, da beide während ihrer AlphaTauri-Zeit gut harmonierten. Briatore könnte Lawsons kompromisslose Rennherangehensweise schätzen, während der Neuseeländer seine Rehabilitation nach zwei schwierigen Red Bull-Rennen fortsetzt.
Aufstrebende Talente und unkonventionelle Kandidaten
Paul Aron stellt die bisher untergenutzte dritte Säule in Alpines Nachwuchstriade dar. Der Este beeindruckte bei Ollie Oakes‘ Hitech-Team und blieb auch nach Oakes‘ Rücktritt als Teamchef im Programm. Dies deutet auf Vertrauen durch seine Simulator-Arbeit hin.
Aron wurde für zwei FP1-Einsätze an Sauber ausgeliehen, bevor er Colapinto in Monza in seinem ersten Alpine-Einsatz vertrat. Seine Sauber-Läufe zeigten ihn konkurrenzfähig, obwohl der zweite Einsatz in Ungarn durch Antriebsprobleme verkürzt wurde. In Monza lag er 0,5 Sekunden hinter Gaslys Bestzeit in FP1.
Leonardo Fornaroli verdient besondere Aufmerksamkeit. Nach seinem F3-Titel ohne Sieg (durch außergewöhnliche Konstanz) sammelte er vier F2-Siege und führt die Meisterschaft an. Der Italiener folgt Gabriel Bortoletos Karriereweg : F3-Erfolg mit Trident, jetzt F2-Spitzenreiter mit Invicta.
Erstaunlicherweise bleibt Fornaroli bezüglich F1-Nachwuchsteam-Status freier Agent. Sein Teamchef James Robinson zeigt sich verwundert über diese Situation. Robinson lobt Fornarolis „Moneyball“-Qualitäten : keine spektakulären Manöver oder Medienauftritte, aber außergewöhnliche Fahrzeugentwicklungsfähigkeiten.
Weitere potenzielle Kandidaten für 2026
Alpines andere Nachwuchsfahrer Kush Maini und Gabriele Mini zeigten in F2 wenig beeindruckende Leistungen. WEC-Fahrer Mick Schumacher wurde als F1-Option diskutiert, jedoch erklärte Briatore gegenüber Auto Motor und Sport, dass Schumacher „nicht auf unserer Liste“ für 2026 stehe.
Die folgenden Faktoren beeinflussen Alpines Entscheidungsfindung erheblich :
- Verfügbarkeit erfahrener Fahrer aus anderen Teams
- Erfolg der aktuellen Nachwuchsentwicklung
- Budgetbeschränkungen und Vertragsverhandlungen
- Technische Anforderungen des 2026-Reglements
- Marketingaspekte und Sponsoreninteressen
Luke Browning und Alex Dunne beeindruckten in ihren ersten F2-Saisons wildly, sind jedoch an Williams- bzw. McLaren-Nachwuchsprogramme gebunden. Beide besitzen vermutlich Ausstiegsklauseln bei F1-Sitzangeboten.
Mercedes‘ gescheiterte Verstappen-Verpflichtung hätte möglicherweise Antonelli-Leihgeschäft mit Alpine ermöglicht, um Antriebskosten zu reduzieren. Diese Tür schloss sich jedoch mit Verstappens Red Bull-Verlängerung. Alpine muss nun zwischen Erfahrung und Jugend abwägen, während die Konkurrenzfähigkeit für 2026 im Vordergrund steht.
- Audi gibt großen Fehler zu : „Wir haben ihn korrigiert - Februar 5, 2026
- Aston Martins F1-Wagen 2026 endlich auf der Strecke, verursacht rote Flagge - Januar 30, 2026
- Isack Hadjar crasht neuen Red Bull bei F1-Tests in Barcelona, McLaren wartet bis Mittwoch - Januar 28, 2026


