Ungarische GP-Qualifikation : Leclerc holt überraschend die Pole-Position vor McLaren

Ungarische GP-Qualifikation : Leclerc holt überraschend die Pole-Position vor McLaren

In einer überraschenden Wendung der Ereignisse hat Charles Leclerc die Formel-1-Welt beim Großen Preis von Ungarn 2025 in Staunen versetzt. Der Ferrari-Pilot sicherte sich mit einer beeindruckenden Rundenzeit von 1:15.372 die Pole-Position und ließ damit die beiden McLaren-Fahrer Oscar Piastri und Lando Norris hinter sich. Diese unerwartete Leistung markiert den ersten Qualifying-Erfolg für Ferrari in der laufenden Saison bei einem Grand Prix.

Leclercs sensationelle Pole-Position auf dem Hungaroring

Der Monegasse Charles Leclerc zeigte am 2. August 2025 eine außergewöhnliche Leistung während der Qualifikation zum Ungarischen Grand Prix. Mit nur 0,026 Sekunden Vorsprung vor dem Meisterschaftsführenden Oscar Piastri und 0,041 Sekunden vor Lando Norris sicherte er sich den ersten Startplatz für das morgige Rennen.

„Ehrlich gesagt, ich verstehe heute nichts in der Formel 1“, gestand Leclerc nach seiner überraschenden Pole-Position. „Die gesamte Qualifikation war extrem schwierig. Es war für uns schon kompliziert, überhaupt in Q2 und dann in Q3 zu kommen. Ich wusste, dass ich einfach eine saubere Runde fahren musste, um vielleicht den dritten Platz zu erreichen, und am Ende ist es die Pole-Position.“

Diese Pole markiert einen wichtigen Meilenstein für Ferrari, da es die erste des Teams in dieser Saison ist, wenn man von Lewis Hamiltons Sprint-Pole in China absieht. Das italienische Team hatte erst beim Belgischen Grand Prix vor einer Woche ein Upgrade der Aufhängung eingeführt, das nun offenbar Früchte trägt.

Leclerc betonte die Besonderheit dieses Erfolgs: „Ich habe keine Worte. Es ist wahrscheinlich eine der besten Pole-Positions, die ich je hatte. Mit Sicherheit die unerwartetste.“

McLaren dominiert das Wochenende trotz Q3-Schwierigkeiten

Die McLaren-Piloten Piastri und Norris galten als klare Favoriten für die Pole-Position, nachdem sie in allen Trainingssessions die Pace vorgegeben hatten. Insbesondere Norris hatte in Q2 mit einer beeindruckenden Zeit von 1:14.980 die Messlatte hochgelegt, konnte diese Leistung jedoch in Q3 nicht wiederholen.

Beide McLaren-Fahrer führten ihre verminderte Performance im entscheidenden Qualifikationsabschnitt auf veränderte Windbedingungen zurück. „Ich glaube, der Wind hat sich stark verändert“, erklärte Piastri. „Es klingt immer so jämmerlich, wenn man dem Wind die Schuld gibt. Aber er hat sich zwischen Q2 und Q3 um 180 Grad gedreht, und dadurch fühlten sich viele Kurven völlig anders an.“

Die McLaren-Teamkollegen, die zunehmend ihren eigenen Kampf um die Meisterschaft austragen, bleiben dennoch die Favoriten für das Rennen am Sonntag. Norris räumte ein: „Ich denke, Charles hat bei seiner letzten Runde einen guten Job gemacht… er hat in diesen Bedingungen wahrscheinlich ein bisschen mehr riskiert. Der Wind hat sich stark verändert und es scheint, dass uns das stärker bestraft hat.“

Die Top-10 der Qualifikation im Überblick:

Position Fahrer Team Zeit
1 Charles Leclerc Ferrari 1:15.372
2 Oscar Piastri McLaren 1:15.398
3 Lando Norris McLaren 1:15.413
4 George Russell Mercedes 1:15.425
5 Fernando Alonso Aston Martin 1:15.481
6 Lance Stroll Aston Martin 1:15.498
7 Gabriel Bortoleto Sauber 1:15.725
8 Max Verstappen Red Bull 1:15.728
9 Liam Lawson Racing Bulls 1:15.821
10 Isack Hadjar Racing Bulls 1:15.915

Überraschungen und Enttäuschungen im Qualifying

Während Leclercs Pole-Position für Jubel im Ferrari-Lager sorgte, erlebten andere Teams und Fahrer einen schwierigen Tag auf dem Hungaroring. Besonders auffällig war die Performance von Weltmeister Max Verstappen, der mit seinem Red Bull nur den achten Startplatz erreichte. Der Niederländer hatte das gesamte Wochenende mit der Balance seines Fahrzeugs zu kämpfen.

Positive Überraschungen gab es hingegen bei Sauber, wo Gabriel Bortoleto mit dem siebten Platz ein hervorragendes Ergebnis erzielte. Auch die Racing Bulls konnten mit beiden Fahrern in die Top-10 fahren, was ihre verbesserte Form in dieser Saison unterstreicht.

Lewis Hamilton erlebte einen enttäuschenden Qualifying-Tag und schied bereits in Q2 aus. Der Mercedes-Pilot wird von Platz 12 ins Rennen gehen und bezeichnete seine Leistung als „absolut nutzlos“ gegenüber Reportern.

Bemerkenswert waren auch folgende Aspekte des Qualifyings:

  • Ferraris teaminterner Kontrast: Während Leclerc die Pole holte, startet Sainz nur von Platz 13
  • Aston Martins starke Leistung mit beiden Fahrern in den Top-6
  • Andrea Kimi Antonellis Zeit wurde wegen Tracklimits gestrichen, sonst hätte er P11 erreicht
  • Der geringe Abstand zwischen den Top-3: Nur 0,041 Sekunden trennten Leclerc vom drittplatzierten Norris
  • Nur 0,007 Sekunden fehlten Bearman für den Einzug ins Q3

Die Rennaussichten für den Großen Preis von Ungarn

Trotz Leclercs Pole-Position bleiben die McLaren-Piloten die Favoriten für das Rennen am Sonntag. Die konstant starke Pace beider McLaren-Fahrer in den Trainingssessions deutet darauf hin, dass sie im Renntrimm möglicherweise einen Vorteil haben könnten. Piastri kann von Startplatz zwei aus direkt angreifen, während Norris von Position drei versuchen wird, sowohl seinen Teamkollegen als auch Leclerc zu überholen.

Die Wetterprognose für den Rennsonntag könnte eine entscheidende Rolle spielen. Sollten sich die Bedingungen ähnlich wechselhaft wie im Qualifying gestalten, könnten weitere Überraschungen auf dem Hungaroring warten. Der Hungaroring ist bekannt für seine engen Kurven und die begrenzte Anzahl an Überholmöglichkeiten, was die Startpositionen und die Strategie besonders wichtig macht.

Für Ferrari bietet diese unerwartete Pole-Position die Chance, den Anschluss an die Spitzenteams wiederherzustellen. Nach einem schwierigen Saisonstart und dem kürzlich eingeführten Upgrade könnte ein Sieg in Ungarn ein wichtiger Wendepunkt sein. Leclerc wird alles daran setzen, seinen Startvorteil zu nutzen und den ersten Ferrari-Sieg der Saison einzufahren.

Ben richter
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