Formel 1 : Der Mann, der alle 24 Rennen mit 20.000 Pfund Budget besucht, inklusive Dutch Grand Prix

Formel 1 : Der Mann, der alle 24 Rennen mit 20.000 Pfund Budget besucht, inklusive Dutch Grand Prix

Mit einem Budget von gerade einmal 20.000 Pfund reist Brandon Burgess durch die Welt, um sich seinen Formel-1-Traum zu erfüllen. Der 29-jährige Brite hat sich vorgenommen, in der Saison 2025 alle 24 Grand Prix zu besuchen – eine Herausforderung, die nicht nur finanziell, sondern auch logistisch eine enorme Herausforderung darstellt.

Die weltweite F1-Reise eines leidenschaftlichen Fans

Seit März 2025 hat sich Brandon Burgess auf eine epische Reise begeben, die ihn über fünf Kontinente und durch 21 Länder führt. Der Londoner Technik-Angestellte möchte beweisen, dass die Formel 1 nicht nur ein Vergnügen für Wohlhabende ist. „Es war mein ultimativer Traum“, erklärt Burgess beim Dutch Grand Prix in Zandvoort. „Ich habe etwa eine Woche darüber nachgedacht, denn es ist natürlich eine enorme Verpflichtung. Aber dann dachte ich : ‚Wenn ich es jetzt nicht mache, werde ich es nie tun‘.“

Als lebenslanger F1-Fan – seine Begeisterung begann bereits im Alter von zwei Jahren – nutzt Burgess seine 28 Urlaubstage, um seine Mission zu erfüllen. Nach dem Großen Preis von Ungarn in Budapest, dem 14. Rennen der Saison, verblieben ihm noch 9.221 Pfund und 12 Urlaubstage. Die aufeinanderfolgenden Rennwochenenden werden, wie er sagt, „durch reines Adrenalin befeuert“.

Seine Strategie für die Budgeteinhaltung ist durchdacht : Er variiert die Anzahl der Tage, die er bei jedem Event verbringt. In den Niederlanden entschied er sich beispielsweise für zwei Tage Streckenaction – das Qualifying am Samstag und das Rennen am Sonntag.

Budgetmanagement zwischen Hostelkapseln und Langstreckenflügen

Um innerhalb seines Budgets zu bleiben, wendet Burgess verschiedene Sparmaßnahmen an. In Zandvoort übernachtete er erstmals in einem Kapsel-Hostel. Bei einigen Rennen reiste seine Freundin Ellie mit, was die Unterkunftskosten halbierte. Der heimische Grand Prix in Silverstone brachte eine willkommene Entlastung für sein Budget :

„Für Silverstone konnte ich in meiner Londoner Wohnung bleiben, mit dem Zug nach Milton Keynes fahren und von dort aus den Shuttle nehmen“, berichtet er.

Rennen Sparstrategie Besonderheit
Silverstone (GB) Heimvorteil, keine Unterkunftskosten Anreise per Zug und Shuttle
Zandvoort (NL) Kapsel-Hostel Nur Qualifying und Rennen
Japan (Suzuka) Minimaler Aufenthalt 20h Anreise, 3 Tage vor Ort, 20h Rückreise

Die europäischen Rennen haben seinem Budget bisher gut getan. Doch die wahre Herausforderung steht noch bevor : „Es gibt noch zwei weitere Rennen in Europa (einschließlich Zandvoort), und dann acht Flyaways, und das wird am meisten wehtun. Ich versuche, einen kleinen Puffer für die Flyaways aufzubauen.“

Mit Singapur, Mexiko, Brasilien und Las Vegas im Kalender vor dem Finale in Abu Dhabi im Dezember wird es für seine Budgetkalkulation besonders spannend. „Bezüglich des Geldes habe ich bereits grobe Berechnungen auf Basis meiner Buchungen angestellt. Aber ich kenne die Transport- und Nahrungskosten noch nicht genau. Es wird sehr nahe an 20.000 Pfund sein – vielleicht knapp darunter, vielleicht knapp darüber“, schätzt Burgess.

Freundschaften rund um den Globus

Eine der schönsten Nebenwirkungen seiner Reise : Burgess knüpft weltweit Kontakte. „Man hat praktisch überall auf der Welt Freunde“, sagt er. „Und mit einigen Leuten, die ich getroffen habe, stehe ich noch immer in Kontakt. Mit manchen Personen, die ich zu Saisonbeginn in Australien kennengelernt habe, chatte ich heute noch, was wirklich schön ist.“

Seine Challenge hat auch die Aufmerksamkeit des Aston Martin Teams erregt, das ihn in Saudi-Arabien zu einer Garage- und Paddock-Tour einlud. „Das war ein Traum, der wahr wurde“, schwärmt er.

Als Ferrari-Fan seit Michael Schumachers Zeiten hofft Burgess besonders auf einen Sieg seines Lieblingsteams : „Wenn ich zu jedem Rennen gehe und keinen Ferrari-Sieg sehe, wäre das ziemlich unglaublich.“

Die besondere Balance zwischen Beruf und Rennleidenschaft

Die Koordination zwischen seinem Job und der F1-Weltreise erfordert strategisches Denken. Burgess nutzt verschiedene Ansätze, um beides unter einen Hut zu bekommen :

  • Nutzung von „Work from Abroad“-Möglichkeiten (z.B. beim Saudi-Arabien GP)
  • Verzicht auf Heimreisen zwischen aufeinanderfolgenden Rennen (Bahrain/Saudi)
  • Hybrides Arbeiten montags nach Rennwochenenden
  • Strategische Urlaubsplanung um die 24 Rennen herum

Seine Reiseerlebnisse dokumentiert Burgess auf seinem Instagram-Account, was ihm gelegentlich auch Übernachtungsangebote einbringt. „Ich habe einige Angebote bekommen, aber ich versuche, die Challenge so authentisch wie möglich zu gestalten, als ob niemand von meinem Vorhaben wüsste“, erklärt er.

Gleichzeitig ist er zur Anlaufstelle für Reisetipps unter anderen Fans geworden. Sein Wissen über kostengünstige Reisemöglichkeiten und effiziente Routenplanung hat sich in der F1-Community herumgesprochen.

Die größte Herausforderung liegt noch vor ihm : die verbleibenden Überseerennen mit hohen Reisekosten. Doch Burgess bleibt optimistisch : „Mein Ziel ist es, unter 20.000 Pfund zu bleiben, aber zur Not habe ich etwas Reserven. Ich werde es zu allen Rennen schaffen – hoffentlich unter dieser Marke.“ Der Dutch Grand Prix ist nur ein weiterer Schritt auf seinem Weg, zu beweisen, dass die Formel 1 auch mit begrenztem Budget in vollem Umfang erlebbar ist.

Sophia
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