Nach einem spektakulären Rennen in Budapest hat Edd Straw seine detaillierten Fahrerbewertungen zum Großen Preis von Ungarn veröffentlicht. Das McLaren-Duell an der Spitze mag zwar die Schlagzeilen dominiert haben, doch das gesamte Fahrerfeld zeigte bemerkenswerte Leistungen – von herausragenden Überraschungen im Mittelfeld bis hin zu enttäuschenden Performances einiger Top-Fahrer.
Die Spitzenreiter: Bortoleto und Alonso glänzen in Ungarn
Gabriel Bortoleto setzte seine beeindruckende Formkurve fort und sicherte sich mit dem sechsten Platz sein bestes Formel-1-Ergebnis. Der Sauber-Pilot qualifizierte sich zum vierten Mal in fünf Rennen für Q3, obwohl sein Auto eigentlich nur Q2-Potenzial besaß. Bei wechselnden Bedingungen zeigte er bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und ließ sich auch im Duell mit Max Verstappen nicht einschüchtern.
Fernando Alonso bewies trotz Rückenproblemen seine Klasse. Der Spanier verzichtete auf das erste freie Training, zeigte aber ab FP2 starke Rundenzeiten und verpasste die Pole-Position nur knapp. Im Rennen fuhr er kontrolliert und wusste genau, wann er pushen und wann er taktisch klug agieren musste. Seine fünfte Position spiegelt die deutlich verbesserte Leistungsfähigkeit des Aston Martin wider.
Charles Leclerc qualifizierte sich überraschend auf Pole und führte das Rennen souverän an, bis Ferraris technische Probleme einsetzten. Sein vierter Platz war daher nicht repräsentativ für seine Leistung, wenngleich seine aggressive Verteidigung gegen Russell mit einer Fünf-Sekunden-Strafe geahndet wurde.
George Russell profitierte von der Rückkehr zur älteren Spezifikation der Mercedes-Hinterradaufhängung und fuhr ein solides Rennen auf Platz drei. Seine Zwei-Stopp-Strategie zahlte sich aus, als er in der Schlussphase am nachlassenden Leclerc vorbeikam.
| Fahrer | Startplatz | Zielposition | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Bortoleto | 7 | 6 | Herausragendes Wochenende |
| Alonso | 5 | 5 | Maximierte das Potenzial des verbesserten Aston Martin |
| Leclerc | 1 | 4 | In Topform, trotz aggressiver Verteidigung |
| Russell | 4 | 3 | Wiederbelebt durch Fahrwerksänderungen |
Das McLaren-Duell: Norris‘ strategischer Sieg über Piastri
Lando Norris sicherte sich den Sieg in Ungarn durch eine perfekt umgesetzte Ein-Stopp-Strategie. Diese Chance ergab sich allerdings erst durch sein schwächeres Qualifying und den verlorenen Boden beim Start, was ihm die strategische Flexibilität für den Einstopper ermöglichte. In den letzten Runden verteidigte er seine Position geschickt gegen den schnelleren Piastri.
Oscar Piastri hatte allen Grund, über seinen zweiten Platz frustriert zu sein. Der Australier hatte seinen Teamkollegen im Qualifying um 0,015 Sekunden geschlagen und behauptete seine Position beim Start. Seine Zwei-Stopp-Strategie erschien zunächst als die bessere Wahl, kostete ihn letztendlich jedoch den Sieg. Sein Angriff in der vorletzten Runde brachte beide McLaren gefährlich nahe an eine Kollision.
Die Strategie spielte die entscheidende Rolle in diesem teaminternen Duell. Während beide McLaren-Piloten im Qualifying unter ihren Möglichkeiten blieben, nutzte Norris die sich bietende Gelegenheit perfekt aus. Trotz des besseren Ergebnisses war seine Gesamtleistung über das Wochenende jedoch marginal schwächer als die von Piastri.
Mittelfeld-Überraschungen und Enttäuschungen
Lance Stroll zeigte eines seiner stärksten Wochenenden der Saison. Der Kanadier qualifizierte sich nur 0,017 Sekunden hinter Alonso und fuhr ein ähnliches Rennen, wenn auch mit etwas geringerem Tempo. Der verlorene Platz an Bortoleto beim Start kostete ihn letztlich die Chance, direkt hinter seinem Teamkollegen ins Ziel zu kommen.
Liam Lawson setzte sich im Racing Bulls-internen Duell gegen Hadjar durch und sicherte sich den achten Platz. Besonders beeindruckend war seine Verteidigung gegen Verstappen in den Schlussrunden, wobei er seinen Abstand zum Weltmeister sogar ausbauen konnte.
Max Verstappen kämpfte das gesamte Wochenende mit Gripprobllemen. Der Red Bull zeigte zwar zu Beginn der Stints gute Pace, baute aber schnell ab. Seine frühe Boxenstrategie brachte ihn in den Verkehr, und der Versuch, den zweiten Stint zu verlängern, kostete ihn weitere Positionen. Am Ende blieb er hinter Lawson stecken und konnte nicht mehr attackieren.
Die größte Enttäuschung des Wochenendes war Lewis Hamilton. Der siebenfache Weltmeister schied bereits in Q2 aus und bezeichnete sich selbst als „nutzlos“. Probleme beim Start und ein Ausflug in Kurve 2 ließen ihn auf den 14. Platz zurückfallen. An einem Wochenende, an dem sein Teamkollege Leclerc das Maximum aus dem Ferrari holte, war Hamiltons zwölfter Platz deutlich unter den Erwartungen.
- Tsunoda zeigte seine bisher beste Qualifying-Performance für Red Bull
- Colapinto konnte zeitweise mit Gasly mithalten
- Bearman war erneut schneller als Ocon, beschädigte aber seinen Unterboden
- Gasly erhielt eine 10-Sekunden-Strafe für eine Kollision mit Sainz
- Antonelli erholte sich von einem „schrecklichen“ Q2-Lauf und holte einen Punkt
Die Bewertungskriterien von Edd Straw erklärt
Edd Straws Fahrerbewertungen basieren auf umfassenden Kriterien, die weit über das bloße Rennergebnis hinausgehen. Er bewertet die Fahrer nach ihrer Geschwindigkeit, ihrem Rennhandwerk, ihrer Konstanz und ob sie entscheidende Fehler gemacht haben. Ein zentraler Aspekt ist, wie nahe jeder Pilot an das maximale Leistungspotenzial seines Fahrzeugs herangekommen ist.
Die Bewertung berücksichtigt die Leistung über das gesamte Wochenende, wobei das Qualifying als „Runde 0“ des Rennens betrachtet wird. Wichtig zu beachten ist, dass es sich nicht um eine Rangliste der allgemeinen Qualitäten jedes Fahrers handelt, sondern lediglich darum, wie sie an einem bestimmten Wochenende abgeschnitten haben.
Da jedes der zehn Autos grundsätzlich unterschiedliches Leistungspotenzial besitzt und „Glück“ (d.h. Faktoren außerhalb der Kontrolle eines Fahrers) zum Verlauf des Wochenendes beiträgt, unterscheidet sich diese Rangliste oft erheblich von den Gesamtergebnissen. Dies erklärt, warum ein Fahrer wie Bortoleto trotz „nur“ eines sechsten Platzes an der Spitze stehen kann, während der Sieger Norris nicht die höchste Bewertung erhält.
Die Bewertungen können von Wochenende zu Wochenende stark schwanken, da sie die momentane Form und nicht die Gesamtqualität eines Fahrers widerspiegeln. Genau diese detaillierte Analyse macht Straws Ranglisten zu einer wertvollen Ergänzung für Formel-1-Fans, die über die offensichtlichen Ergebnisse hinausblicken möchten.
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