Leclerc erklärt wie „unfahrbarer“ Ferrari ihm den Sieg in Ungarn F1 gekostet hat

Leclerc erklärt wie "unfahrbarer" Ferrari ihm den Sieg in Ungarn F1 gekostet hat

Charles Leclerc musste beim Großen Preis von Ungarn 2025 eine bittere Niederlage hinnehmen. Der Monegasse sprach nach dem Rennen offen über die technischen Probleme seines Ferraris, die ihm möglicherweise den einzigen Sieg der Saison gekostet haben.

Chassisprobleme verhindern Leclercs Siegchancen in Ungarn

Charles Leclerc startete am Hungaroring von der Pole Position und führte das Rennen souverän an. Der Ferrari-Pilot hatte sich im Qualifying knapp gegen die McLaren-Fahrer Oscar Piastri und Lando Norris sowie Mercedes-Pilot George Russell durchgesetzt. In den ersten 39 Runden kontrollierte Leclerc das Geschehen und führte das Feld über 28 Runden an, wobei er die Führung nur kurzzeitig an den späteren Sieger Norris abgab.

Ab Runde 40 begann jedoch der Albtraum für den Monegassen. „Ich begann das Problem etwa in Runde 40 zu spüren, und dann wurde es mit jeder Runde schlimmer“, erklärte Leclerc nach dem Rennen. „Gegen Ende waren wir zwei Sekunden langsamer pro Runde. Das Auto war einfach unfahrbar.“

Die Frustration machte sich auch am Boxenfunk bemerkbar: „Das ist so unglaublich frustrierend. Wir haben jegliche Wettbewerbsfähigkeit verloren. Es wird ein Wunder sein, wenn wir auf dem Podium landen.“ Leclerc verlor in den letzten 30 Runden ganze 37 Sekunden auf Piastri – ein enormer Zeitverlust auf der kurzen Strecke des Hungarorings.

Phase Runden Performance
Rennstart bis Runde 39 1-39 Konkurrenzfähig, Führungsposition
Problembeginn 40 Erste Anzeichen technischer Schwierigkeiten
Problemphase 41-70 Zunehmender Leistungsverlust, bis zu 2 Sekunden pro Runde

Die wahre Ursache der technischen probleme

Nach dem Rennen nahm Leclerc seine harschen Worte am Funk teilweise zurück. „Ich muss meine Worte am Funk zurücknehmen, weil ich dachte, das Problem käme von einer Sache, aber nachdem ich aus dem Auto gestiegen bin, habe ich viel mehr Details erhalten“, erklärte der 27-Jährige.

Die Ursache des Problems war nicht wie zunächst vermutet bei der Strategie oder beim Setup zu finden. „Es war tatsächlich ein Problem am Chassis, und nichts, was wir hätten anders machen können“, stellte Leclerc klar. Das Verhalten des Wagens sei äußerst unberechenbar gewesen: „Es war nicht sehr konstant, aber grundsätzlich verhielt sich das Auto in jeder Kurve anders.“

Die Ferrari-Ingenieure haben das Problem bereits analysiert und gehen davon aus, dass es sich um einen Ausreißer handelt. „Es sollte nie wieder passieren“, betonte Leclerc, „aber ich bin trotzdem sehr enttäuscht.“

Warum Ungarn die beste siegchance war

Die Enttäuschung wiegt besonders schwer, da der Hungaroring eine der wenigen Strecken im Kalender ist, auf der Ferrari 2025 konkurrenzfähig war. „Wir hatten eine Chance in diesem Jahr, ein Rennen zu gewinnen, und das war dieses Wochenende“, klagte Leclerc.

Der Monegasse führt mehrere Faktoren an, die Ungarn zur idealen Siegchance machten:

  • Starke Qualifyingpace mit Pole-Position
  • Guter erster Stint mit konstanter Führung
  • Überholschwierigkeiten auf dem engen Kurs
  • Ähnlichkeiten zum Monaco-Kurs, wo Ferrari bereits Zweiter wurde
  • Ideale Streckencharakteristik für den Ferrari-Boliden

„Was mir Hoffnung auf den Sieg gab, war, dass wir von Platz eins starteten, und mit der schmutzigen Luft ist es schwer zu überholen“, analysierte Leclerc. „Ich denke, Oscar hatte vielleicht etwas mehr Tempo als ich, konnte aber nicht überholen.“

Herausforderungen für Ferrari in der zweiten saisonhälfte

Die verpasste Siegchance in Ungarn wirft einen Schatten auf die Aussichten von Ferrari für die restliche Saison 2025. „Ich glaube nicht, dass wir in die zweite Saisonhälfte gehen und denken, dass wir überall gewinnen können“, dämpfte Leclerc die Erwartungen.

Die dominanten McLaren-Boliden stellten bereits in Ungarn eine ernsthafte Bedrohung dar. „Selbst heute waren sie sehr, sehr schnell“, betonte Leclerc. Der Rückstand auf die Spitze scheint auf den meisten Strecken zu groß zu sein, um realistische Siegchancen zu haben.

Zu allem Überfluss erhielt Leclerc auch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe für unstetes Fahrverhalten bei der Verteidigung gegen Russell. Obwohl er die Strafe nicht direkt in Frage stellte, konnte er sich einen Seitenhieb gegen den Mercedes-Piloten nicht verkneifen: „Ich kann mir vorstellen, dass George am Funk ziemlich lautstark war, das ist normalerweise der Fall.“

  1. Technische Defizite gegenüber McLaren auf den meisten Strecken
  2. Wachsender Druck von Mercedes im Kampf um Platz zwei in der Konstrukteurswertung
  3. Notwendigkeit, Zuverlässigkeitsprobleme zu beheben
  4. Fokus auf die Entwicklung für 2026

Trotz des enttäuschenden Rennens in Ungarn bleibt Ferrari in der Konstrukteurswertung auf dem zweiten Platz, mit 24 Punkten Vorsprung auf Mercedes. Leclerc liegt in der Fahrerwertung 21 Punkte hinter Russell auf Platz fünf, während Max Verstappen nur weitere 15 Punkte entfernt ist.

Die Scuderia steht nun vor der Herausforderung, die Zuverlässigkeitsprobleme zu lösen und gleichzeitig die Entwicklung für die kommende Saison voranzutreiben. Der Hungaroring hat gezeigt, dass Ferrari das Potenzial hat, auf bestimmten Streckentypen um Siege zu kämpfen – wenn die Technik mitspielt.

Ben richter
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